Eine SMS
17/5/2005Heute Mittag habe ich von meinen kleinen Bruder eine SMS erhalten: Unsere Eltern haben sich scheiden lassen. Man kann es nicht in Wörter fassen, was ich in dem Moment gefühlt habe. Vorallem Wut. Wut, daß zwei erwachsene Menschen so blöd sein können. Wut darüber, daß ich mich darum kümmern muss. Wut darüber, daß ich nun zum zweiten Mal Scheidungskind bin. Wut darüber, daß es mein Bruder nun auch ist. Und noch mehr Wut darüber, daß niemand mit mir offen darüber spricht.
Mir geht es nicht um meinen Stiefvater, der war zwar immer da, aber nur ein Stiefvater. Mir geht es um die allgemeine Tatsache. Vorallem die Art wie mein Stiefvater es gemacht hat: per Anwaltsschreiben. Er möchte Sorgerecht, die Wohnung, etc. - aber nur über meine Leiche. Die Wohnung war lange mein bevor er gekommen ist. Ich muss mich jetzt um einen Rechtsanwalt für meine Mutter kümmern. Ich muss mich um das ganze Rechtliche kümmern. Um meinen kleinen Bruder. Irgendwie auch um meine Mutter, die ich nicht aus den Augen verlieren darf, so naiv wie sie ist.
Ich habe es so satt. Warum muss immer mir das passiern. Ich kann mich im Kreis drehen, niemand würde mich auffangen. Wollte gleich zu meinen Vater fahren, aber wie es so ist, ist er gerade in Ungarn, und die letzten 5 Monate hat er sich nicht gemeldet weil es so stressig war. Soviel dazu.
Ich habe im Moment 100 Dinge zu tun: Die Familie, meine Firma, der Staatsbetrieb, ein Mädl, etc. Jeder will was von mir, aber fuck, wann darf ich einmal! was wollen?
I hurt myself today
to see if I still feel
I focus on the pain
the only thing that’s real
the needle tears a hole
the old familiar sting
try to kill it all away
but I remember everything
what have I become?





