Patriotismus
27/8/2005Gestern auf der Party mit Vodkamen kamen wir im Gespräch irgendwie auf die Politik. Eu, Neutralität, etc. Vorallem in/über Amerika, da er dort bald urlaubt. Irgendwann habe ich mir erlaubt zu sagen, daß ich den Patriotismus der Amerikaner bewundere. Uuuh, schwerer Fehler. Das Mädl neben mir ging mich plötzlich extrem an. Ob ich das cool finde, wenn jeder irgendwem nachläuft, ob ich das cool finde, nicht über die eigene Meinung nachzudenken. Im Endeffekt sagte sie sehr viel, aber eigentlich nichts, was mit meiner Aussage zu tun hatte.
Ich bewundere die Amerikaner, wie offen sie mit ihren eigenen Land umgehen. Sie lieben ihre Flagge, sie lieben ihre Nationalhymne. Sie halten in Krisen zusammen, sie sind united. Klar gibt es den white trash, aber who cares? Das ist kein rein amerikanisches Problem.
Ganz ehrlich: wo sieht man in Österreich Nationalflaggen? Wie oft singen wir unsere Hymne (außer bei einem Fußball Ländermatch?) So gut wie nie. Wo ist unser Zusammenhalt? In Krisen teilweise da, ohne Zweifel. Aber immer mit dieser Doppelmoral. Erst gestern im Radio gehört, daß jeder der in Krisen hilft, und deshalb vom Arbeitsplatz fern bleibt, sofort gekündigt werden kann. Lang lebe die Doppelmoral! Vodkaman hat diese auch bei unserer Neutralität festgestellt. Es ist den anderen Ländern nicht fair, wenn Österreich in der EU sagt wir sind Neutral, liefern aber dank Steyr massenhaft Kriegsmaterial nach Irak. Ich bin da nicht ganz seiner Meinung, aber im Endeffekt hat er sicher teilweise recht.
Es ist diese verdammte Doppelmoral und dieser verhaltende Patriotismus, den ich an Österreich überhaupt nicht mag. Hängst du bei uns eine Flagge vor das Fenster, bist du morgen ein Nazi. Unsere Art von white trash.
Und dennoch, Amerika mag ich. Nie alles, aber vieles. Deshalb mag ich auch ihren Patriotismus.







Patriotismus schön und gut - nur warum in dieser Form?
ich | 29/8/2005Patriotismus schön und gut - nur warum in dieser Form? Warum ist wirklich alles was “stars and stripes” ist ohne Zweifel und Selbstkritik toll? Warum hat man das Recht aufgrund des eigenen, wirtschaftlichen Erfolgs Kriege zu führen?
Ich bin Österreicher, ich bin Europäer, ich bin Welt’ler - Ich bin Einwohner in unserem Häuserblock, ich bin Fußballfan, ich bin Wiener, zwischen 20 und 30 Jahre alt - ich spreche Deutsch. Sollte ich nach all diesen Kriterien Freund und Feind wählen?
Oder sollte ich mir selbst ein Bild machen, meine eigenen Erfahrungen aneignen und daraus die notwendigen Schlüsse ziehen?
Es ist nicht alles toll. Merkt man jeden Tag auf
me.chael | 31/8/2005Es ist nicht alles toll. Merkt man jeden Tag auf CNN & Co. Aber es gibt auch Vorteile. Und Kritik ist gut, Michael Moore verdient sich blöd damit. Ich mag definitv nicht alles an Amerika, aber doch vieles. Wenn du auf den Irakkrieg anspielst - wüsste nicht das sie aufgrund ihren wirtschaftlichen Erfolg krieg führen. Da spielen andere Interessen mit. Klar, Irak war ein Fehler - nur jetzt Amerika ihren Kriegsfanatismus vorzuwerfen ist falsch. Wer hat die NATO gerettet, als der Krieg in YU war?
Natürlich darf man seine Freunde/Feinde nicht danach beurteilen. Wollte ich mit dem Posting auch nicht sagen, dafür bin ich zu sehr liberal.
Ich kann im Grunde deinem Posting nicht widersprechen - aber darum ging es mir auch nie. Ich sprach davon, daß es mir imponiert wie die Amerikaner zu ihren Land stehn - und wie wir Österreicher nicht.