28/11/2010
Angeblich hat sich mein alter Vorgesetzter (den ich für knapp 3 Monate hatte) kritisch über mich geäußert. Ich wurde ihm angeblich als superstar (wortwörtlich!) verkauft, aber in der kurzen Zeit hat er das nicht gemerkt. Mich hat das wirklich getroffen. Wer verkauft mich bitte als superstar und wo und wann hätte ich ihm enttäuscht? Ich bin um 5 in der Früh im Büro gesessen und habe Abrechnungen gemacht, ich war komplett selbstständig (dafür hat er meine beiden Kollegen und mich sogar extra gelobt) und auch sonst gab es keinen Grund das er so über mich denken kann. Spricht aus ihm die Enttäuschung weil ich die Abteilung gewechselt habe? Er hat in den ersten Tagen geglaubt, meine beiden Kollegen und mich wie seine eigene Mitarbeiter zu behandeln (die er unterdrückt, schlecht mit ihnen redet, sie wie kleine Kinder behandelt, usw usf. Er hat so viel Ahnung von guter Personalführung wie ich vom Atomreaktorbau) nur früh hat er halt dann mitbekommen das wir ein anderes Kaliber sind. Er war es auch, der im letzten Monat meine Stundenbuchungen (im System) meinen ex-Kollegen weitergesagt hat, so ganz nach dem Motto “schaut her wie er sich das jetzt richtet”. Diese Aktion war wohl nicht nur auf einer Ebene falsch, und wahrscheinlich auch rechtlich nicht gedeckt.
Ich bin wirklich am überlegen, ob ich mal unter vier Augen mit ihm plaudern soll. Kritik, wenn sie mich weiterbringt, nehme ich wirklich gerne auf. Aber nur mich in den Dreck zu ziehen weil ich einem zu gut bin, zu viel verdiene oder das bessere Auto fahre - das geht mir gehörig gegen den Strich. Keiner hat mir je was geschenkt, ich musste mir das alles erarbeiten.
Ich bin jetzt zwei Monate in der neuen Abteilung, und bis jetzt läuft es sehr gut. Ob ich glücklich bin? Wahrscheinlich. Ich fühle mich besser als früher. Ich fühle mich auch wichtiger, ob ich das bin oder nicht müssen andere beurteilen. Finanziell passt es noch nicht ganz, auch von der Stundenabrechnung bin ich noch zwischen beiden Stühlen. Ich hoffe aber das in den nächsten Wochen zu klären. Mir geht es um eine Zukunft, ich möchte etwas bewegen. ich möchte Projekte leiten oder eine wichtige Rolle dabei spielen. Ich kann das und ich will das. Ich bin, wenn man so möchte, ein IT Manager der sich aber Fachlich perfekt auskennt ( in meinen Bereich. Natürlich gibt es immer bessere, ich kann zB nicht mit Hughie konkurrieren, aber er bewegt sich auch in einem ganz anderen Bereich). Das klingt jetzt hochtrabend, aber ich weiß von was ich spreche. Auf den Kern reduziert ist das meine Kompetenz. Ich möchte aber auch die Chance bekommen, diese Seite an mir auszuspielen. Und wenn ich scheitere? Dann möchte ich daraus lernen. Ich lege mir im Beruf eine recht hohe zero failure Latte. Ich möchte alles richtig und sinnvoll machen. Wenn andere so dahin wurschteln, dann möchte ich das richtig machen. Ich möchte scheitern, ich möchte endlich einmal eine Aufgabe bekommen und scheitern. Das gehört dazu. Ich möchte meine Grenzen kennenlernen. Ich möchte wissen was ich alles erreichen kann. Nur dann kann man seine Ziele richtig definieren. Stellt mir eine Aufgabe und ich werde sie erfüllen. Aber stellt sie.





